Du hast ein kleines Unternehmen in einer überlaufenen Branche irgendwo im deutschsprachigen Raum. Dein Brotjob ist es, mit einem Produkt oder einer Dienstleistung das Leben von deinen Kundinnen und Kunden einfacher zu gestalten. Oder angenehmer. Oder effektiver. Egal wie, deine Vision ist es, so vielen Menschen wie möglich deine Leistungen zu zeigen.

Während einer kurzen Mittagspause liest du zufällig einen Artikel, dass es am besten ist, Menschen mit Filmen anzusprechen. Dein Interesse ist geweckt und du schreibst ein paar wilde Suchbegriffe in Google, fragst dich, wie du deine Vision am besten verbreitest. Und stößt auf Imagefilme. Ein Must-Have für jedes frische und/oder innovative Unternehmen. Dir wird von vielen Seiten versprochen, dass du damit irrsinnig viele Personen erreichen kannst und dass du ohne Imagefilm in der heutigen Zeit nicht mehr überleben kannst.

Nachdem du weitere Zeit dafür aufgewendet hast, Imagefilme von anderen Firmen zu suchen – die übrigens in keiner Art und Weise deiner Branche nahe sind – bist du begeistert von ihnen. Vermutlich hast du auch den coolen Imagefilm vom Gemüsestandl gesehen, der dir den Eindruck gibt, dass man über alles einen Imagefilm machen kannst.

Nach ein paar Tagen entscheidest du dich, dass du auch sowas brauchst. Du fragst in deinem Freundeskreis nach, ob sich damit jemand auskennt und findest auch tatsächlich jemanden. Er schreibt dir ein Angebot, fragt nicht viel nach und das gefällt dir, es scheint unkompliziert. Na klar, es ist etwas teuer, aber das ist es dir wert. Jemand kommt ein paar Tage später mit einer Kamera in dein Büro und filmt alle deine Arbeitsschritte. Vielleicht auch die deiner Mitarbeiterinnen oder Mitarbeiter.

Eine Woche ist es her, dass dich der Mensch mit der Kamera im Büro besucht hat. Du bekommst eine E-Mail vom Absender „Wetransfer“. Ein Downloadlink von deinem Imagefilm, den du voller Vorfreude anklickst. Nach einigen Minuten kannst du dir den heißersehnten Film ansehen und er gefällt dir, aber es ist nichts Besonderes. Nicht das, was du im Internet vorher angeschaut hast. Du weißt aber nicht genau warum. Trotzdem postest du den Film auf deinen Social Media-Kanälen. Die Reaktionen sind lau.

Der Imagefilm ist tot,

Vielleicht hast du dich in dieser Erzählung wiedererkannt. Vielleicht überhaupt nicht. Vielleicht bist du in einem Stadium mittendrin.

Jedenfalls ist das der Worst Case, der dir passieren kann.

Imagefilme verkommen meiner Meinung nach immer mehr zu Routinearbeiten. Die Menschen, die sie produzieren, möchten möglichst wenig Zeit dafür verwenden, um sie fertigzustellen. Es ist auch nicht lukrativ, denn es gibt immer mehr Studentinnen und Studenten, die es günstiger machen. Die müssen auch nicht ihren Lebensunterhalt damit verdienen, denkst du dir, und trotzdem werden sie engagiert. Aber das ist ein eigenes Thema.

Ich möchte dir hier – abgesehen vom Preisdumping – ein paar Hintergründe liefern, die dich vielleicht dazu bewegen, deinen Wunsch nach einem Imagefilm zu überdenken.

Ein Imagefilm ist nicht mehr

In Zeiten des medialen „Grundrauschens“ reicht es nicht mehr, langwierige und langweilige Erklärungen der Firmenchefinnen und -chefs als „Imagefilm“ zu verkaufen. Das online zu stellen oder „offline“ zu präsentieren wird nur auf ein maues Gähnen stoßen. Warum? Es gibt hunderttausende Imagefilme online und der überwiegende Großteil besticht mit imposanten Bildern und inspirierender Musik. Und Inhaltsleere. Kundinnen und Kunden oder GeschäftspartnerInnen wirst du nicht mit einer trockenen Erklärung deiner Unternehmensidee begeistern. Überleg dir, ob du dir selbst so ein Video von einer anderen Firma ansehen würdest.

Es bedarf einiges an Kreativität und Zeit, um etwas zu produzieren, dass die Gemüter hochgehen lässt. Das Stichwort ist „Storytelling“:

Menschen sind seit Jahrhunderten darauf trainiert, Geschichten zu erzählen. Nicht nur, um sich gegenseitig zu unterhalten, sondern auch, um sich Informationen leichter zu merken oder Hintergründe zu erfahren. Das muss auch bei Imagefilmen berücksichtigt werden. Sonst riskiert man ein inhaltsleeres Misch-Masch aus Videoclips, das schnell langweilig wird.

Erfolgreiche Imagefilme sind solche, die das Publikum in den ersten drei Sekunden begeistern, eine durchgehende Geschichte mit einem roten Faden haben und die angesprochenen Themen kreativ angehen. Das Publikum soll emotional mit dem Unternehmen verbunden sein, sei es mit Humor, Mitgefühl oder Motivation.

Diese Kriterien zu erfüllen geht leider nicht über Nacht. Man braucht Zeit, um so ein Konzept zu erstellen. Überleg dir, was in deinem Unternehmen schon für Sachen passiert sind, über die du jetzt noch sprichst, welche deiner Freunde oder Mitarbeiter spannende Stories zu erzählen haben. Denk nach, was du bereits geleistet hast, sieh dir vielleicht auch andere Unternehmen in deiner Branche an und schau‘, wie die es gelöst haben! Da stehe ich dir übrigens gerne zur Seite und liefere dir Vorschläge. Ich arbeite sie mit dir aus und gebe Verbesserungs- und Änderungsvorschläge. 

Wenn du mehr zum Storytelling wissen möchtest, können wir uns gerne zusammensetzen!

Der Punkt: Zeit nehmen!

Ist es das für dein Unternehmen?

Wenn dein Imagefilm nur neutrale Reaktionen bringt, hat er quasi nichts gebracht, niemand wird aufgrund dessen dein Produkt oder deine Dienstleistung in Anspruch nehmen. Im schlimmsten Fall kriegst du nur negatives Feedback zurück, „es war langweilig“, „unsympathisch“ oder einfach „schlecht gemacht.“

Jetzt hast du eine tolle, lustige Idee, die jeder lieben wird. Um das Risiko von ausschließlich negativem Feedback zu vermeiden, solltest du dir vor dem „Drehbuchschreiben“ überlegen, welche Zielgruppe du ansprechen möchtest. Und wenn du selbst überhaupt nicht der Zielgruppe entsprichst, versuche, dich in ihre Schuhe zu versetzen. Würde deine Zielgruppe das lustig finden oder sehen sie es überhaupt auf den Kanälen, auf denen du deinen Imagefilm präsentieren möchtest? … Aber weg vom Marketing. :-)

Auf Social Media ist ein einziges Video ohne Kontext quasi Kanonenfutter. Vor allem wenn es, wenn’s blöd läuft, nach einem Monat Stille auf eine Seite geladen wird. Die Zugriffe mögen anfangs vielleicht nach viel aussehen, flauen aber flott wieder ab und der ursprüngliche Hype ist dahin. Deswegen ist es oft sinnvoller, sich für ein serielles Format zu entscheiden oder zumindest das eine Konzept eines Imagefilms auf mehrere Teile oder „Bits and Pieces“ aufzuteilen. Damit kann man die Publikumswirksamkeit streuen und auf längere Zeit das Publikum bei der Stange halten – vor allem, wenn die Geschichte erst im nächsten Teil fertig erzählt wird. ;-)

Wenn du – aus welchem Grund auch immer – deinen Imagefilm auf Snapchat oder Ähnlichem präsentieren willst, werden wir dein Konzept so oder so umschreiben müssen, weil die Videos dort nur maximal zehn Sekunden lang sein dürfen und du somit den Film – im Hochformat – zerstückeln musst. Auf Instagram sieht das ähnlich aus, nur dass das Video maximal eine Minute lang und quadratisch sein muss.

Also kurz gesagt: Das Format eines klassischen Imagefilms passt nicht zu jeder Zielgruppe oder Plattform. Oft ist es ein längerfristiges oder sinnvolleres Investment, sich andere Formate anzusehen und diese nach deinen Wünschen zu modellieren.

Will ich dir den Imagefilm komplett ausreden? Keinesfalls, denn wenn dich bis jetzt alles nur noch mehr darin bestärkt hat, einen Imagefilm zu machen, dann umso besser! Das heißt nämlich, dass du vermutlich eine tolle Idee hast, die zu deinem Publikum passt! Dann möchte ich dir noch zwei Tipps geben, bevor du in die Tasten haust:

Verbringe Zeit mit deinem Konzept, überstürze die Produktion nicht. Besser eine Nacht länger darüber schlafen, als einen mangelhaften Film hochzuladen. Lass‘ andere über dein Konzept oder dein Drehbuch lesen. Wenn es den gewünschten Effekt hat, bist du schon gut dabei!

Und gib‘ dein Projekt nicht zu 100 Prozent her. Wenn du eine Filmproduktion mit deinem Imagefilm beauftragst (*zwinker*), dann telefoniere nach, wie es um das Projekt steht, welche Ideen noch dazugekommen sind, was für Möglichkeiten im Raum stehen und so weiter. Betreibe ein bisschen Controlling, denn im Endeffekt soll es ja das Meisterwerk über dein Unternehmen werden.

Zum

Zur Zusammenfassung: Wenn in der derzeitigen Situation deines Unternehmens ein Imagefilm eine profitable Idee ist, mach ihn! Aber investiere genug Zeit in deinen Film, damit du ein Produkt bekommst, mit dem zu zufrieden bist und das dein Publikum begeistert. Schau‘ zu, dass du persönlich dabei bist, wenn es um die – finale – Konzeption geht und gib‘ ruhig deinen Senf dazu. Eine gute Geschichte ist die halbe Miete. Wenn du dabei Hilfe brauchst, trau‘ dich ruhig, mit mir Kontakt aufzunehmen, ich helfe dir gerne!

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Bis zum nächsten Mal,

Robert

PS: Vieles in diesem Artikel basiert zwar auf Studien und Literatur aus den letzten Jahren, allerdings ist auch einiges an persönlicher Meinung dabei. Wenn du eine diametral andere Meinung hast, schreib‘ es ruhig in die Kommentare, ich bin gespannt auf deine Sichtweise!

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